Die Kreuzsäulen-Kapelle

Sie stehen hier vor der größten und bedeutendsten der Obernzeller Kapellen, der Kreuzsäulenkapelle. Der Name kommt von der steinernen Säule in der Mitte des Altars. Darauf befindet sich das Heiligtum der Kapelle, die Darstellung der schmerzhaften Muttergottes mit ihrem Sohn und darunter die Inschrift:

Alle, die ihr vorüber gehet, sehet ob ein Schmerz gleich ist meinen Schmerzen.“

Die Kapelle ist also für den Besucher ein Ort des Trostes.

Geschichte:

Die Legende berichtet, dass bei dem großen Hochwasser von 1501 ein Holzbild mit der schmerzhaften Muttergottes an der Stelle der jetzigen Kapelle angeschwemmt wurde. Man stellte das Bild zu zunächst an der Straße auf, am nächsten Tag fand man es aber wieder an der Stelle, an der es angeschwemmt wurde. Das wiederholte sich mehrere Male, was man als „Wunder“ deutete, sodass man es an der angeschwemmten Stelle aufstellte und dort

zu der Muttergottes betete. 1618 musste das hölzerne Gnadenbild ersetzt werden durch die jetzige, steinerne Darstellung der schmerzhaften Muttergottes, die man auf die steinerne Kreuzsäule stellte. 1667 wurde darum eine Holzkapelle gebaut, 1850 wurde diese durch die jetzige gemauerte ersetzt.

Verehrung und Volksglaube:

Seit jeher pilgern die Obernzeller in jährlichen Prozessionen zur Kreuzsäulen-Kapelle, um von der schmerzhaften Muttergottes Schutz und Hilfe z.B. vor Pest, Feuer oder Hochwasser zu erbitten.

Die meisten Anliegen sind aber nach wie vor persönlicher Natur, und viele werden erhört, davon zeugen die alten aber auch neuen Votivbilder, die in der Kapelle zu sehen sind.

 

Chronik

„Heute gibt die Kreuzsäulenkapelle Anlass zur Sorge, da sie zum Schutz vor Diebstahl abgesperrt werden muss. Sie kann daher nicht mehr besucht werden und entschwindet nach und nach aus dem Bewusstsein der Leute. Möge sich ein Weg finden, dass die Kreuzsäule nicht zu einem toten Relikt aus vergangenen Zeiten wird, sondern dass diese mit Obernzell so eng verbundene Stätte der Marienverehrung auch in unserer Zeit und weiterhin lebendig bleibt.“

(Schrieb 1975 Fr. Maria Stadler in der Festschrift zum 125. Jubiläum der Kreuzsäulenkapelle.)

2015 wurde die Bitte von Frau Stadler erhört. Der Gebetskreis Herz-Jesu-Bund Obernzell nahm sich der Kreuzsäulenkapelle an. Josef Hammel, Wolfgang Escherich und Wilhelm Stemplinger fanden das Originalinventar, restaurierten es und versetzten die Kapelle (nach alten Fotos) in den Originalzustand (von 1940). Sie wurden dabei unterstützt von Hrn. Bürgermeister Josef Würzinger und den Handwerkern am Ort.     - Vergeltsgott!

Seitdem ist diese Wallfahrtskapelle zur Schmerzhaften Muttergottes offen und kann als Ort des Gebets von jedem genutzt werden. Der Herz-Jesu-Bund hält dort jährlich Maiandachten und Kreuzwegandachten ab, auch die traditionelle Florianiprozession zur Schmerzhaften Muttergottes (am 4. Mai) findet wieder statt.

Der hochwürdigste Bischof em. Wilhelm Schraml segnete die neu restaurierte Wallfahrtskapelle zur Schmerzhaften Muttergottes am 15.Septmber 2015, dem Gedächtnistag der Schmerzen Mariens.

 

 

15. September 2015, Obernzell: Segnung der Kreuzsäulenkapelle durch Altbischof Wilhelm Schraml - Renovierung durch den Herz-Jesu-Bund Obernzell.
Fotos: Norbert Pree und Günter Maier / Internetaufbereitung: Günter Maier