Das Hl. Grab der Pfarrei Schaibing

 

Seit dem frühen Mittelalter bauten die Gläubigen in den Kirchen zur Osterzeit „Heilige Gräber“ auf , die das Grab Jesu in Jerusalem darstellen sollten.Ihre größte Verbreitung erlebten die Darstellungen jedoch erst im Barock.Es ist immer ein guter, alter Brauch gewesen, der sich vielerorts bis in die 50 er Jahre des letzten Jahrhunderts gehalten hat, vor allem in der Karwoche und in den Tagen nach Ostern von einer Kirche zur anderen zu gehen und vor den Gräbern zu beten. Gepflegt und bezahlt wurden die „Heiligen Gräber“ meist von so genannten „Grab Christi Bruderschaften“. Die meisten Heiligen Gräber wurden auf dem Hochaltar anstelle des dazu ausgebauten Altarbildes, oder in einem Seitenaltar errichtet. Es gab aber auch Heilige Gräber in Seitenkapellen oder in Nischen im Kirchenraum. Typisch sind die bogenförmigen Kulissen , die immer kleiner werdend hintereinander gestellt waren und den Eindruck einesSäulenganges vermittelten mit dem Grab am Ende .Die Kulissen wurden immer mit vielen mit gefärbtem Wasser gefüllten Glaskugeln beleuchtet, hinter denen magisches Kerzenlicht flackerte. So sollte das Mysterium der Heilsgeschichte bildlich dargestellt werden. Die Heiligen Gräbermit ihren doch eher düsteren Darstellungen erreichten aber nie die Beliebtheit der Weihnachtskrippen mit dem Liebreiz des Christkindes, der Heiligen Familie, der Engel und Hirten.

Nach dem 2. Weltkrieg änderten sich sprunghaft und schlagartig Anschauungen und Sichtweisen von alten liturgischen Einrichtungen und Gegenständen .Moderne Baustile , fraghafte künstlerische Darstellungen und nüchterne Ansichten zogen ein. Genannt sei hier der Ausspruch eines „hochgestellten Geistlichen“ in der Diözese Passau: “Der Baruck mi no dadruckt!“ Für viele wertvolle kirchliche Einrichtungen und eben auch Heilige Gräber bedeuteten diese Jahre das Aus. Im Zuge der „Liturgie- Reform in den 60er und 70 er Jahren wussten sogar viele Geistliche nichts mehr mit einem „Heiligen Grab“ anzufangen. Sie wurden verramscht, her geschnitten oder verbrannt, oder wenn es gut ging, als Gerümpel irgendwo gelagert.