Bei der Jahreshauptversammlung des „Krippenbauvereins“ im Herbst 2004 erzählte man dem neuen Pfarrer Magnus König von der Existenz eines Heiligen Grabes. Er war sofort Feuer und Flamme und bat die Krippenbaufreunde, das geplante Vorhaben in die Tat umzusetzen. Kirchenpfleger Josef Gell und die Kirchenverwaltung unterstützten die Restaurierung des Hl. Grabes. Aus Fotos der gefundenen Teile fertigte Josef Reischl vier Modelle an, die zeigen sollten, wie das Hl. Grab einmal ausgeschaut haben könnte. Es gibt nämlich davon kein einziges Foto. Auch ältere Mitbürger hatten nur noch eine vage Vorstellung. Zudem wurde das Heilige Grab auf dem langen Weg durch die drei oder vier Kirchen immer wieder umgebaut und den jeweiligen Gegebenheiten angepasst. Viele Teile fehlten, Bildtafeln wurden einfach abgeschnitten, vielfach sogar schräg, vom Altartisch war nur noch das geschwungene Vorderteil vorhanden.

 

                                            

Foto: Modell 1 Modell 2 Modell 3 Modell 4

 

Nach Beratungen mit mehreren Fachleuten entschied man sich für das 4. Modell. Es nimmt weniger Platz ein, zeigt die Malereien am besten, verursacht den geringsten Aufwand beim Restaurieren und hat wieder das Konzept eines Flügelaltares. Die fehlenden Teile sind weiß dargestellt.

Gleich am ersten Werktag nach den Weihnachtsfeiertagen gingen die Krippenbaufreunde im Werkraum der Volksschule Schaibing an die Arbeit.

                                            

Bald merkte man, dass die Arbeiten doch umfangreicher und vor allem zeitaufwändiger werden und man zog in die Ortschaft Hundsruck um und richtete sich in der Werkstatt von Hans Hell für längere Zeit ein

 

Viele Teile galt es mit Umsicht und Sachverstand in den eigenen Werkstätten der Krippenbauer zu erneuern, zu ergänzen und zu drechseln. Das vorhandene Material wurde dabei gewissenhaft im Originalzustand erhalten.

Nach Abschluss der reinen Schreiner- und Drechslerarbeiten fanden die Krippenbaufreunde ab.Januar 2005 bis Mitte März im Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Hundsruck eine Bleibe für die weiteren Arbeiten .

 

Christian Goller, akademischer Kirchenmaler und Restaurator, begleitete die Arbeiten mit seinem fachlichen Können und war viele Stunden in der Werkstatt in Hundsruck. Die großen Bildtafeln mit den neu angesetzten Holzflächen bemalte er in seiner Künstlerwerkstatt in Gebrechtsmühle so geschickt, dass man alt und neu kaum unterscheiden kann. Dabei legte er größten Wert darauf, dass die die alten Teile im Originalzustand erhalten blieben.

                                            

Die fehlenden und nicht mehr auffindbaren Glaskugeln ließ der Schaibinger Glaskünstler Helmut Mayer in der Glasmanufaktur Poschinger in Frauenau anfertigen. Früher waren die Glaskugeln mit gefärbtem Wasser gefüllt, dem Öl oder zerlassenes Schweineschmalz beigefügt war. Dahinter war eine brennende Kerze angebracht, die das gefärbte Wasser erwärmte und in Kreisbewegung versetzte, was das typische Flackern der Glaskugeln erzeugte. Bezüglich der Beleuchtung gab es deshalb längere Debatten: Brandgefahr, Rauchentwicklung, Geruchsbelästigung, umständliches Kerzenwechseln. Deshalb entschied man sich nach Beratung durch Fachleute für eine entsprechende elektrische Beleuchtung mit elektronischer Steuerung für das typische Flackern der Kugeln.

Am Sonntag, 13.März 2005 wurde das Heilige Grab im Rahmen eines abendlichen Passionssingens erstmals der Pfarrbevölkerung gezeigt und durch Pfarrer Magnus König feierlich geweiht.