Wissenswertes zurorientalischen Weihnachtskrippe von Schaibing:

 

1.Der zeitliche Ablauf:

Nach Gründung des „Krippenbauvereins folgte eine lange Planungsphase. Fachbücher wurden studiert, Krippen in vielen Kirchen besichtigt. Schließlich reiftenach langen Diskussionen glücklicherweise der Entschluss, keine so genannte Heimatkrippe im landläufig bekannten Stil als Bauernhaus mit Stall zu bauen, sondern eine orientalische Krippe mit einer originellen Nachbildung der Felsenlandschaft im Heiligen Land zu schaffen.Wochenlang dauerte die„Herbergssuche“ zum Bauen nach einem geeigneten Raum Man begann schließlichmit viel Enthusiasmus im April 2000im ehemaligen Kuhstall des Landwirts Georg Bauer.

Bald musste man allerdings feststellen, dass der Stallgeruch doch noch zu intensiv war. Nach weiterer Suche konnte schließlichim Mai im Untergeschoss despfarreigenen Kindergartens eine geeignete Werkstattmit allen Annehmlichkeiten eingerichtet werden.Im Juniwurde in mühsamer Arbeit die tragendeHolzkonstruktion erstellt und dann mit in Kreide und Primal getauchten Leinentüchern bedeckt. Den ganzen Sommer über herrschte bei den Krippenbaufreunden „Weihnachtsstimmung“.

Die Arbeiten gingen zügig voran.Man traf sich jede Woche immer dienstags und donnerstags, öfter auch noch an Samstagen. Beim Pfarrfest im Juli konnten die Krippenbaufreunde bereits den „Rohbau“ im Innenhof des Pfarrzentrums derneugierigen Bevölkerung präsentieren.

Von August bis Oktober erfolgte der weitere Ausbau: dieGeburtsgrotte war zu modellieren, die Stadtmauern von Bethlehem zu errichten, die orientalischen Häuser zu bauen.

Am 13.Oktoberfeierten die Krippenbaufreunde/innen „Richtfest“, dabei erstrahlte erstmals Licht in der Geburtsgrotte undalles war wie weißes Porzellan.

Im Oktober und November waren die künstlerischen Fähigkeiten gefragt. Der Kirchenmaler Christian Gollerzeigte, wie man die Landschaft, die Häuser und Tierfiguren„fasst“, d.h. bemalt. Er fertigt auch das herrliche Panorama mit der Silhouettevon Bethlehem an.

Am 23.Dezember 2000wirddie Weihnachtskrippe im Rahmen eines Adventsingens erstmals der Öffentlichkeit gezeigt und von Pfarrer Lothar Zerer gesegnet und geweiht. Die Kirche war übervoll wie zu Allerheiligen.

Nach derWeihe stellten sich die Krippenbaufreunde schon mit berechtigtem Stolz vor ihrem Werk zu einem Erinnerungsfoto auf.

2. Einige interessante Details über die Weihnachtskrippe:

  • In über 2000 Stunden liebevoller Arbeit entstand das große Gemeinschaftswerk.
  • Viele Quadratmeter Sperrholz und vor allem Biegesperrholz wurden verarbeitet
  • Der Aufbau der gesamten , überdrei Quadratmeter großen Landschaft erfolgte mit Primal und über 50 kg Champagner-Kreide
  • Für das Erstellen der Felsenlandschaft wurde u.a. 100 Jahre altes Leinen aus dem Erzgebirge verarbeitet, das bei der Flucht aus der Heimat nach dem 2. Weltkrieg mitgenommen und von einer Rampersdorferin gespendet wurde.
  • Durch diese Bautechnik konnte das Gewicht wesentlich reduziert werden. Die Krippe wiegt ohne Panorama und ohne die fahrbaren Untergestelle nur 130 kg.
  • Die Weihnachtskrippe erfuhr eine wesentliche Aufwertung durch Steine und Sand aus dem Jordan, dem See Genesarethund dem Toten Meer und vor allem durch Erde vom Hirtenfeld in Bethlehem, mühevoll von Teilnehmern der Schaibinger Pilgerfahrt ins Heilige Land gesammelt und heimlich in Plastiksäckchenmitgenommen.
  • Die zahlreichen Figuren stammen aus einer Schnitzwerkstatt in Südtirol und sind dort in einer separatenSchneiderei so schön bekleidet worden.
  • Mit einem elektrischen Kran wird die Weihnachtskrippe nach dem Festtag „Maria Lichtmess“ am 2. Februar auf den bisher nicht genutzten großräumigen Dachboden der Pfarrkirche hochgezogen. Dafür musste die Holzdecke in Form von zwei großen Toren geöffnet werden

  • In einer eigens auf dem Dachboden gebauten Hütte, die auch als Werkstatt dient,wird sie sicher aufbewahrt.
  • Zahlreiche Firmen, Verbände , Körperschaften, Gruppen und Privatpersonen haben Patenschaften für die vielen Figuren übernommen, Figuren gestiftet und mit großherzigen Geldspenden zum Bau der Weihnachtskrippe beigetragen.

3. Das Besondere an der Schaibinger Weihnachtskrippe:

  • Die gesamte Darstellung hält sich an die originale Felsenlandschaft im Heiligen Land und kann somit als orientalische Weihnachtskrippe bezeichnet werden.
  • Als solche ist die Schaibinger Weihnachtskrippe ein Unikat und etwas Einmaliges weitum, was Besucher aus nah und fern immer wieder bestätigen.
  • Die Geburtsstätte des Jesuskindes ist nämlich kein Stallim landläufigen Sinn, sondern eine landschaftstypische Felsenhöhle, eine Grotte, wie sie Schafen und Hirten als Unterschlupf gedient haben mag.
  • Die Weihnachtskrippe von Schaibing ist im weiteren Sinn eine Familienkrippe, eine Erzählkrippe. Sie lädt mit ihrer Unzahl von Figuren und ihren Darstellungen zum stillen Schauen, andächtigen Betrachten und Verweilen ein. Es gibt immer etwas Neues zu entdecken.
  • Die Schaibinger Krippe ist auch eine Adventkrippe und soll die Kirchenbesucher augen- und sinnenfällig auf das Weihnachtsfest hinführen. Mehrere Szenen werden dargestellt:

4.Einige Hinweise noch zum Schluss:

  • Die Weihnachtskrippe von Schaibing wurde im Jahr 2000 gebaut, im Heiligen Jahr, an der Zeitenwende von einem Jahrhundert zum anderen, von einem Jahrtausend zum anderen. Deswegen wird sie auch als Milleniumskrippe bezeichnet.
  • In dem prächtigen und lesenswerten Bildband „Weihnachten im Bayerischen Wald“ (COM – PR+Marketing Verlag Passau 2006) widmet Constanze Müller der Milleniumskrippe von Schaibing zwei Seiten mit Texten und Bildern.
  • Kontaktperson und weitere Infos: Josef Reischl Schaibing – Florianweg 4

in 94107 UntergriesbachTel 08593/435