Einkehrtag des Pfarrgemeinderates 2009

Der Einkehrtag des Pfarrgemeinderates von Schaibing stand in diesem Jahr 2009 unter dem Thema: 
"Werke der Barmherzigkeit".
Mit Frau Stefanie Kainzbauer vom Lehrstuhl für Moraltheologie in Passau fanden die Organisatoren eine kompetente, eloquente sowie sympathische Begleiterin für die Auseinandersetzung mit diesem Thema. 
Nach der Begrüßung näherten sich die Pfarrgemeinderäte an das Thema an, indem sie das Wort "Barmherzigkeit" durchbuchstabierten. 

Anschließend machte man sich bewusst, was die einzelnen Werke der Barmherzigkeit bedeuten können - besonders im Hinblick auf den Pfarrgemeinderat - und wo solche Werke bereits im Pfarrleben der Pfarrei Schaibing zu finden sind. Was wir noch anzielen bzw. was wir in unseren "Zukunfstkoffer" noch einpacken könnten beschäftigte uns zum Schluss. 

Intensiv, spannend  und auch persönlich anregend empfanden die teilnehmenden Pfarrgemeinderäte von Schaibing diesen Einkehrtag, der auch - besonders im Weinstüberl - die perönliche Begegnung und den intensiven Meinungsaustausch untereinander ermöglichte. 

Zum Schluss dankte Pfarrgemeinderatsvorsitzender Markus Kronawitter Frau Kainzbauer für die sehr gelungene und anregende Moderation des Einkehrtages.  

Text und Fotos: Günter Maier 

 

Meditationstext zu den Werken der Barmherzigkeit
Stefanie Kainzbauer - in Anlehnung an:
Wanke, Joachim (Hg.), Die 7 Werke der Barmherzigkeit. Gedanken-Meditationen-Visionen,
Leipzig o.J..

Ich besuche dich.
Um dich zu besuchen,
lasse ich vom eigenen Vorteilsdenken los.
Ich besuche dich um deinetwillen
und ausschließlich um deinetwillen,
Auch Gott kommt, um mich zu besuchen.
Oft unvermittelt und unangekündigt.
Jemanden besuchen heißt,
schweigen können,
Anteil nehmen,
für jemanden wirklich da zu sein.

Ich teile mit dir.
Teilen braucht meinen wachen Blick
für Menschen,
die leer ausgehen und
denen das Nötigste zum Leben fehlt.
Teilen hat mit Gerechtigkeit zu tun
…und beginnt dort,
wo ein Mensch
keine Arbeit, kein Geld hat,
keine Liebe und Wertschätzung erfährt.

Ich höre dir zu.
Dieses Werk der Barmherzigkeit
ist eine Wahnsinns-Tat:
Einem zuhören kann ich nur,
wenn ich bereit bin,
mich verwandeln zu lassen.
Und das kann ich nur,
wenn ich ein Fundament
unter den Füßen habe,
das es mir erlaubt, mich zu wandeln.
Wenn ich weiß, wohin ich gehöre,
kann ich anderen Menschen Zeit
und Interesse schenken,
denen sonst keiner zuhört.

Du gehörst dazu.
Jemanden zu sagen
„Du gehörst dazu“ heißt:
wahrzunehmen, WER nicht dazu gehört –
in meinem persönlichen Umfeld,
in der Pfarrei, in der Gemeinde.
Du gehörst dazu heißt:
eine Tür zu öffnen,
damit die, die draußen sind,
hereinkommen können.

Ich bete für dich…
…heißt: jemanden auf Gott aufmerksam zu machen
– unabhängig von seiner persönlichen Situation,
von seinem Glauben, von seinem Können.
Wenn ich jemandem
ein Kreuzzeichen auf die Stirn mache,
möchte ich eigentlich sagen:

Ich bete für dich
– du gehst den Weg nicht allein.